Die Palmerische Kuh

11. April 2016

“Vaca palmera”

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“Vaca palmera”

 

Palmerische Kuh

bos taurus (raza bovina palmera)

 

Eine sportliche Tradition (das Viehziehen) und Liebhaberzuchten haben diese einheimische Rasse bewahrt. Sie gilt jedoch als vom Aussterben bedroht, nun soll ihr gesundes Fleisch zu vermehrter Zucht anregen.

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Einheimische Rinder hübsch, kräftig und gesund

Erst nach der Eroberung durch Spanier gelangten Rinder auf die nordwestlichste der Kanarischen Inseln.

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Sie wurden von den Siedlern eingeführt. Der Ursprung der einheimischen „Vaca palmera“ liegt wohl bei der Rubia Gallega, dem Galizischen Blondvieh.

Die Fellfarbe der Palmerischen Rinder ist ebenfalls hell, cremeweiss bis leicht getönt. Sie sind robust gebaut, haben ein gradliniges Profil und helle Schleimhäute. Im Gegensatz zu den Kühen zeigen die Stiere einen sehr muskulösen Hals.

Eine Kuh wiegt bis ca. 550 Kilo und ist ca. 1,30 m gross. Ein Stier bringt es ca. auf 800 kg, manchmal mehr, und eine Grösse von 1,40 m.

Die Rasse zeichnet sich durch Einfachheit und Fügsamkeit aus.

Die Tiere sind ruhig, ausgeglichen und passen sich hervorragend dem palmerischen Gelände an.

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Auf La Palma waren Kühe hauptsächlich Arbeitstiere zum Pflügen und Dreschen.

Die Milch wurde selten zu Butter häufiger, teils mit Ziegenmilch vermischt, zu Käse verarbeitet.

Baumstämme, Steinbrocken und alle möglichen Waren und Materialien, die über die steilen Wege von und zu den Häfen fanden, wurden ebenfalls mit den Rindern transportiert. Der Mist düngte die Felder und Stiere wurden als Fleischlieferanten gehalten.

Speziell im frischeren Klima des Nordens oder den höheren Lagen von El Paso, Mazo, Breña Baja und Breña Alta gab es grosse Bestände der „Raza palmera“.

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Dort standen genug Weideflächen und Futter in Form von „monte“ (Baumgrün) und Heu zur Verfügung.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bekam die einheimische Kuh Konkurrenz durch die ersten Milchkühe.

Später ersetzten Maschinen teilweise ihre Arbeit, Strassen wurden erschlossen und inzwischen wurde ein Grossteil der Landwirtschaft aufgegeben. Der Bestand ging soweit zurück, dass die Rasse vom Aussterben bedroht ist.

Einige Viehzüchter haben die „Vaca raza palmera“ aus Liebhaberei und Achtung vor den Tieren erhalten.

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Nach neuesten Untersuchungen ist das Fleisch der palmerischen Rinderrasse eines der gesündesten unter dem „roten Fleisch“.

Es hat einen geringeren Gehalt von gesättigten Fettsäuren, die Tiere werden in halbextensiver Zucht gehalten, suchen ihr Futter wann immer möglich auf Weideland und die Kälber ernähren sich ausschliesslich von Milch und frischem Grün.

Die Züchter haben sich in der Gemeinschaft „Asociación Española de Criadores de Ganado Vacuno Selecto de Raza Palmera“ (AVAPAL) zusammengeschlossen.

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Welche Kraft in den Tieren steckt, kann man bei einem „arrastre de ganado“ (dem Viehziehen) bewundern. Dies findet alljährlich im Zuge der Patronats-feierlichkeiten z. B. in San Antonio del Monte (Garafía), Puntagorda oder San Isidro (Breña Alta) statt. Dort werden bei den Viehmessen neben den palmerischen Rindern auch andere einheimische Rassen wie den Ziegen, Schafe oder der Garafianische Hirtenhund vorgestellt.

Fotos: Ines Dietrich

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Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint, ist die palmerische Tierwelt äusserst artenreich.

Teilweise haben sich endemische Unterarten entwickelt, die nur auf den Kanaren und einige davon nur auf einer bestimmten Insel und sogar in ganz eingeschränktem Gebiet vorkommen. 

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