Eine kleine 3-Tagesreise durch die palmerische Gastronomie: Meer und Erde

1. Dezember 2017

Eine kleine 3-Tagesreise durch die palmerische Gastronomie: Meer und Erde

Ich schlage Ihnen eine kleine, aber intensive Tour zu den interessantesten Plätzen der Insel La Palma vor, auf der wir gleichzeitig unseren Gaumen mit einigen der für mich besten typischen gastronomischen Empfehlungen verwöhnen können.

Dennoch muss ich sagen, dass uns diese kurze Reise durch die verborgenen Schönheiten der Natur und den Geschmack der Insel mehr Appetit machen wird. So sollten wir dieser Route durch Meer und Erde bei künftigen Gelegenheiten mindestens 7 Tage widmen. 

Aber als Aperitif können diese 3 Tage ein hervorragendes Beispiel sein.

Tag 1

Ich schlage Ihnen vor groß einzusteigen, mit dem Stattlichsten, dass La Palma zu bieten hat, dem höchsten Punkt der Insel: dem monumentalen Roque de Los Muchachos mit einer Höhe von 2426 m, der Krönung der eindrucksvollen Caldera de Taburiente (einem der größten vulkanischen Kessel der Welt).

Von hier aus können wir das spektakuläre Wolkenmeer betrachten und an klaren Tagen fast die gesamte Insel La Palma sowie ihre Nachbarinseln Teneriffa, La Gomera und El Hierro. Hier befindet sich auch eines der wichtigsten Astronomischen Observatorien der Welt. Nicht zu vergessen: La Palma wurde zum ersten Lichtschutzgebiet (Starlight Reserve) der Welt ernannt.

Nach diesem imponierenden Besuch empfehle ich Ihnen, die Abfahrt über die Ostseite zu wählen, um im Restaurant "Parilla Los Braseros" Mittag zu essen.

Es liegt genau an der Strasse LP-4, die vom Roque nach Santa Cruz führt.

Sie können dort typisch kanarische Gerichte, sowie verschiedene Fleisch- und Wurstsorten vom Grill probieren (die Palmeros sind Grillfans und lieben "Parillas" und "Braseros").

Verpassen Sie nicht den kanarischen Eintopf oder eine Kichererbsensuppe und eine Auswahl an Grillleckerbissen zu probieren. Letzteres wird in einem traditionellen "brasero", einem kleinen Tischgrill, serviert.

Nachmittags tut vielleicht ein erfrischendes Bad im Charco Azul gut (das gut ausgestattete Naturschwimmbecken liegt in der Gemeinde San Andrés y Sauces).

Wenn nicht, kann ein Spaziergang durch den Lorbeerwald (im Mittelmeerraum bereits seit Jahrhunderten ausgestorben) eine gute Alternative sein. Die Gebiete La Galga oder Los Tilos sind für 3-4 stündige Wanderungen gut geeignet.

Zum Abendessen findet sich in Puerto Espíndola (ganz in der Nähe des Charco Azul) das Restaurant "Mesón del Mar".

In dem malerischen Lokal mit dem hübschen Balkon gegenüber dem kleinen Fischereihafen können Sie z. B. eine köstliche Grillplatte mit Fischspezialitäten genießen.

Es ist eines der Lieblingsrestaurants der einheimischen Bevölkerung.

Tag 2

An unserem zweiten Tag widmen wir den Morgen einem kulturellen Besuch in Los Llanos de Aridane, dem einwohnerreichsten Ort der Insel, der trotzdem keine Hauptstadtfunktion besitzt.

Seine Straßen beherbergen Beispiele der traditionellen kanarischen Architektur, zusammen mit einigen koketten Winkeln von großer Schönheit wie z. B. die Plaza de Elias Santos Abreu (die Einheimischen nennen sie Plaza Chica). Sie liegt gleich neben der Plaza de España, auf der uns große Indische Lorbeerbäume Schatten spenden und an der sich auch das Rathaus befindet. Hier finden wir auch die Kirche der lokalen Schutzheiligen Nuestra Señora de Los Remedios.

Ein weiteres Muss des Morgens ist der Besuch des Museo Arqueológico Benahoarita, in dem wir die Kultur der palmerischen Ureinwohner kennenlernen können.

Zum Essen schlage ich Ihnen an diesem Tag eine sehr besondere Umgebung vor: Das Bodegón Tamanca, neben der Weinkellerei "Bodegas Tamanca", befindet sich in einer Höhle im Vulkangestein. Zur rustikalen Einrichtung gehören große Weinfässer (das Lokal liegt an der Hauptstraße von Las Manchas, in der Gemeinde El Paso).

Als Weg dorthin empfehle ich, von Los Llanos de Aridane aus der Straße LP-213 zu folgen (nicht der LP-2) und in Todoque den Abzweig der LP-211 in Richtung Los Canarios (Fuencaliente) zu folgen. Das ermöglicht uns bequem mit dem Auto einen eindrucksvollen Lavastrom zu bestaunen, das Ergebnis des Ausbruchs des San Juan im Jahr 1949.

Im Bodegón rate ich, mit einigen Tapas des köstlichen palmerischen Käse, Iberischem Schinken, Pimientos de Padrón (Paprikaschoten), ein paar Chorizo-Bratwürsten oder den typischen "Chicharrones" (frittierter Schweinespeck in Gofio gewälzt) zu beginnen, um dann mit einem guten Stück Fleisch (sei es vom Schwein oder Rind) vom Grill oder in Soße weiterzumachen. 

Nebenbei bemerkt, die Nachspeise des Hauses ist sensationell!

Anschließend haben Sie vielleicht Lust auf einen Spaziergang durch Puerto de Tazacorte und am Strand ein Bad im ruhigen Meer zu nehmen. Dieser Strand wurde übrigens mit der Blauen Fahne ausgezeichnet und bietet verschiedene Arten an, sich im Wasser zu vergnügen (Kajaks, Tretboote ...), ideal für einen unterhaltsamen Nachmittag.

An diesem Abend haben Sie keinen weiten Weg zum Abendessen. An der Strandpromenade liegt der "Kiosko Teneguía", in dem Sie sich mit frischen Fisch-spezialitäten verwöhnen können, während Sie von der Terrasse aus gleichzeitig einen der schönsten Sonnenuntergänge am Atlantik genießen können.

Das Angebot an frischem Fisch variiert je nach Tagesfang, dabei dürfen Sie den Fisch direkt aus der Vitrine wählen. Wenn Sie mir eine Empfehlung gestatten, der Alfonsiño ist mein Favorit, jedoch nicht ohne vorher die schmackhaften und frischen gekochten Garnelen "camarones" gekostet zu haben.

Tag 3

Am letzten Tag unserer Tour, kommen wir um eine Besichtigung dessen, was den vulkanischen Ursprung La Palmas und der restlichen Inseln des kanarischen Archipels ausmacht nicht herum: die im Süden gelegenen Vulkane.

Das ist die geologisch jüngste Zone der Insel mit der zugleich stärksten vulkanischen Aktivität. 

Wir beginnen mit dem Vulkan San Antonio bei Fuencaliente, zu dem ein interessantes Besucherzentrum gehört, und dessen Krater (Ausbruch 1677) wir vollständig sehen können. 

Danach geht es mit dem Vulkan Teneguía weiter, der mit seinem düsteren Aussehen für den letzten Vulkanausbruch verantwortlich ist, der sich in Spanien an Land ereignete (1971).

Wenn wir früh aufgestanden sind und noch Zeit haben, ist ein Abstecher zu den Salinen von Fuencaliente (genau an der Südspitze) mit ihrem selbstführenden Pfad interessant.

Heute können wir am Fuße des Vulkan San Antonio Mittag essen, im Restaurant "La Casa del Volcán": ein Gebäude aus schwarzen Vulkansteinen, das sich harmonisch in die natürliche Umgebung einfügt und mit einer rustikalen und handgemachten Dekoration der Innenräume.

Die Speisekarte mit lokalen und saisonalen Produkten plädiert für den Erhalt der biologischen Vielfalt typisch palmerischer Zutaten.

Ein guter Anfang wäre etwas palmerischer Käse (mit dem Herkunftszertifikat D. O.) zusammen mit einer warmen Vorspeise, um anschließend eines der typischen Fleischgerichte von La Palma zu kosten. In diesem Fall empfehle ich Kaninchen in Soße (Kaninchenfleisch ist typisch und weit verbreitet auf den Kanarischen Inseln).

Nach dem Essen können wir Richtung Norden der Straße LP-2 gen Santa Cruz de La Palma folgen, um in Los Cancajos einen Halt einzulegen und einen Teil unserer Zeit auf der Isla Bonita, in diesem touristischen Zentrum mit einer hübschen und angenehm zu gehenden Küstenpromenade, die fast über die gesamte Länge des Ortes verläuft, zu verbringen.

Und um mit einem guten Geschmack abzuschließen, werden wir in unserer letzten Nacht in eines der von Einheimischen meist geschätzten Restaurants gehen: "Casa Goyo", in dem man den frischesten Fisch der Insel praktisch neben der Start- und Landebahn des Flughafens isst.

Die Ausstattung ist sehr schlicht, mit kleinen Häuschen, einige davon aus Holz und einer überdachten Terrasse, aber das Angebot an frischem Fisch wird selbst das Herz anspruchsvollster Gaumen höher schlagen lassen: Nach typisch kanarischem Stil zubereitet ist jeder eine gute Wahl (Papageifisch "vieja", Gabeldorsch "brota", Meerbrasse "sama", Goldstrieme "salema", Glänzender Schleimkopf "alfonsiño", Wrackbarsch "cherne", Große Bernsteinmakrele "medregal", Drachenkopf "cantarero", Geißbrasse "sargo" ...).

Selbstverständlich kann jedes der Gerichte, die wir auf unserer kulinarischen Tour gekostet haben, mit einem der exquisiten palmerischen Weine untermalt werden, von dem es zahlreiche Sorten gibt (aber das ist eine andere Geschichte ...).

Um die genaue Lage der hier empfohlenen Restaurants zu erfahren, sowie ihre Öffnungszeiten schauen Sie in unsere detaillierten Informationen in der Rubrik Restaurants.

Text: Vicky Parro / Übersetzung: Ines Dietrich / Fotos: Uka Roesch, Parilla Los Braseros

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