Zuckerrohr

20. Juni 2018

Das "süße Rohr" stammt aus dem ostasiatischen Raum

"caña de azúcar", "caña dulce"

 

Zuckerrohr
Saccharum officinarum

 

Das Kauen des faserigen Marks säubert die Zähne und liefert Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor sowie Vitamine der B-Gruppe.

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Spanische Seefahrer brachten es von ihren Reisen mit

Schon kurz nach der Conquista wurde die zur Familie der Süßgräser gehörende Pflanze auf Gran Canaria und Teneriffa angebaut und verarbeitet.

Im 16. Jahrhundert hielt sie auch Einzug in die palmerische Geschichte. Dabei bedeuteten die Plantagen und Zuckermühlen für viele harte Arbeit und Leid, darunter extra dafür eingeschiffte Sklaven, – einigen anderen brachten sie großen Reichtum.

Davon zeugen noch heute die Herrenhäuser in Villa de Tazacorte und das Städtchen San Andrés

Das in sehr guter Qualität vorhandene Wasser aus der Caldera und den den Quellen von Marcos y Cordero sowie die Bodenbeschaffenheit verliehen dem auf der Insel angebauten Zuckerrohr seine besondere Note.

Mit dem Einzug der "caña dulce" im 18. Jahrhundert in Amerika, kam die Zuckerindustrie auf den Kanarischen Inseln praktisch zum Erliegen. 

Die Pflanze selbst ist relativ anspruchslos und kann eine Höhe von 3 – 6 m erreichen

Die bis zu 5 cm dicken Halme sind durch Knoten gegliedert. 

Das süße Mark füllt den ganzen Stängel aus. An den hellgrünen, flachen Blättern sind die parallel laufenden Blattnerven gut zu erkennen, der Blattrand ist scharfkantig.

Die unscheinbaren Blüten zeigen sich an feinen Rispen am Ende der Halme. 

Zuckerohr mag viel Sonne und Temperaturen zwischen 20–30 Grad.

Wird es kühler, wächst es einfach langsamer und unter 15 Grad stoppt es. Saccharum officinarum mag lehmigen Boden, hohe Luftfeuchtigkeit und viel Wasser, braucht aber eine gute Dränage. 

Die Vermehrung erfolgt über Stecklinge, die an den verdickten Stellen wieder neue Halme treiben. Man legt den Knoten nach oben und bedeckt das Rohrstück leicht mit Erde. Nach 12–24 Monaten kann die erste Ernte erfolgen.

Auf  La Palma wird Zuckerrohr nur noch in geringem Umfang angebaut

Kleine Parzellen gibt es z. B. in Barlovento, Los Sauces oder  Los Llanos. Die Ernte erfolgt wie einst in Handarbeit mit der Machete. Die abgestreiften Blätter dienen teils als Viehfutter.

"Caña dulce" ist eine dankbare Nutzpflanze, denn die verbleibenden Stümpfe wachsen nach und in zwölf Monaten ist eine weitere Ernte möglich. Eine Pflanze kann das Alter von 20 Jahren erreichen. Durch ihren hohen Nährstoffbedarf benötigt der Boden jedoch viel Dünger.

Frisch und süß

Um an das saftige Mark zu kommen, wird das Zuckerrohr gepresst.

Damit es nichts von seinem Zuckergehalt verliert, muss es schnell verarbeitet werden.

Das geschieht auf La Palma großteils in der Rumherstellung. Ein traditioneller Betrieb ist die Destilería Aldea in San Andrés.

Dort gibt es auch das Interpretationszentrum für Zuckerrohr und Rum

Ein kleiner Teil des "guarapo" (Zuckerrohrsaft) wird in den "trapiches" (Mühlen) die sich auf Festen oder Bauernmärkten finden, direkt vor den Augen der Besucher frisch gepresst und pur oder mit Maracuya- oder Orangensaft gemischt verkauft. Zuckerrohrsaft enthält Mineralstoffe (Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor) und Vitamine der B-Gruppe.

Besonders beliebt ist auch der kubanische "mojito" (Zuckerrohrsaft mit Rum, Minze und Eis), z. B. wenn am Rosenmontag der berühmte "Día de los Indianos" in Santa Cruz de La Palma gefeiert wird.

Manch einer hat einige Pflanzen in seinem Garten, um dem Rauschen der Blätter im Wind zu lauschen und manchmal ein Rohr zu ernten.

Dann werden einzelne Stücke abgeschlagen, geschält und das faserige Mark als Süßigkeit gekaut oder einfach daran gelutscht.


Text & Fotos: Ines Dietrich, Uka Roesch

 

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