Santa Cruz de La Palma

Die Gemeinde Santa Cruz mit der gleichnamigen Inselhauptstadt liegt an einer natürlichen,
gut überschaubaren Bucht auf der Ostseite der Insel

Das Gebiet umfasst 45 km² und mit derzeit weniger als 16.000 Einwohnern ist hektisches Großstadttreiben selten zu befürchten.

Dafür laden die hübschen Gassen und Plätze mit ihrem reichen historischen und künstlerischen Erbe zu gemütlichen Erkundungsspaziergängen ein. 

Der Altstadtkern von Santa Cruz de La Palma steht als kulturhistorisch wertvolles Baudenkmal unter Schutz. 

Dort fügen sich GeschäfteBars, Restaurants und Dienstleistungsbetriebe harmonisch in die verschiedenen architektonischen Stilrichtungen ein.

Es finden sich schöne Details wie Säulen, Türmchen, bunten Kacheln, Wasserspeier, Wappen, originelle Türknaufe usw. 

Die mehr als 500 Jahre zählende Geschichte von Santa Cruz spiegelt sich nicht nur in den öffentlichen Bauten wie der Markthalle, dem Rathaus, Kirchen, Plätzen und Museen wieder, sondern auch in den Stadthäusern bedeutender Familien, die nach der Conquista die wirtschaftliche Entwicklung der Insel vorantrieben. 

In den teils Kopfstein gepflasterten Straßen Calle O'Daly und Pérez de Brito wird gebummelt und geplaudert.

Auch die Palmeros lieben es, in einem Café oder auf einer der Bänke Platz zu nehmen und einfach den Menschen zuzuschauen. 

Oder wie wäre es mit einem Bummel entlang der Avenida Marítima mit ihren bunt gestrichenen Häusern und den für die Kanarischen Inseln einmaligen Holzbalkonen?

Auf der anderen Straßenseite lädt der erst im Sommer 2017 eröffnete Sandstrand zum Baden oder Spazierengehen ein, am Nordende sind auch Hunde erlaubt. 

Der Blick von hier auf die Stadtkulisse zeigt im Hintergrund die grün bewachsenen Berge von Las Nieves, Cumbre Vieja und Cumbre Nueva, von denen große Teile als Naturparks geschützt sind.

Aus dem Atlantischen Ozean tauchen bei klarem Wetter die Nachbarinseln Teneriffa und La Gomera auf.

Auch der Hafen von Santa Cruz ist von hier gut zu sehen.

Er zählte im 16. und 17. Jahrhundert zu den drei wichtigsten Häfen der Welt. Heute sind es auch die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe, die Santa Cruz mit Leben füllen.

Einige Vorschläge für Spaziergänge in der Inselhauptstadt vorbei an diversen Sehenswürdigkeiten oder zu den Mühlen von Bellido.

Die verwinkelten Gassen lassen sich gut selbst erkunden. Verlaufen kann man sich eigentlich nicht, denn das immer wieder sichtbare Meer gibt die Richtung zurück zur Avenida Marítima an. 

Völlig aus dem Häuschen gerät die Stadt am Rosenmontag, dann wird der Haupttag des palmerischen Karnevals, der "Día de Los Indianos" gefeiert.

Er ist sozusagen eine Erinnerung an die Palmeros, die aus Not nach Lateinamerika auswanderten und dann zu Wohlstand gekommen zurückkehrten. Weiße oder cremefarbige Kleider und Anzüge im Kolonialstil, kubanische Musik und Talkumpuder sind die Hauptzutaten dieses ausgelassenen Festes, zu dem viele Teilnehmer per Schiff oder Flugzeug anreisen.

Außerhalb der Stadt liegen sechs kleinere Ortsteile in einer ausgesprochen grünen Umgebung, die auch Naturliebhaber und Wanderfreunde erfreut.

Es sind auch ruhige Wohngebiete mit herrlichen Ausblicken auf Meer und Berge. So zum Beispiel der ländliche Ortsteil Velhoco mit seinen Bauerngärten und kleinen Obstplantagen.

In dem winzigen Weiler Las Nieves befindet sich das Inselheiligtum "Real Santuario de Las Nieves" mit dem sakralen Museum. In der hübschen Wallfahrtskirche ist die Schutzpatronin der Insel, die auf deutsch "Jungfrau vom Schnee" heißt, zu sehen. 

Alle fünf Jahre wird die Marienfigur bei der "Bajada" von Tausenden von Pilgern begleitet in die Hauptstadt herabgetragen.

Die großen Feierlichkeiten finden von Ende Juni bis Anfang August mit einem sehr umfangreichen Programm statt. Neben den religiösen Akten, die auch großen künstlerischen Charakter haben, gibt es sehr viele Konzerte, Ausstellungen und Sportveranstaltungen.

Dieses auch "Fiestas Lustrales" genannte Fest ist für viele Palmeros, die im Ausland leben auch ein Grund ihre Familien zu besuchen. Die nächste "Bajada" findet im Jahr 2020 statt.

Text: Ines Dietrich / Fotos: Ines Dietrich, Uka Roesch, Rosenmontag-Los Indianos-Gruppe aus dem Buch "Indianos en La Palma - Isleños en Cube" von Selu Vega Mata

Inselmuseum

Sammlung im Franziskanerkonvent — Ethnografie, Archäologie, Naturhistorik, Gemäldesammlung.

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Casa Tey

Ein Haus voller Geschichte: hier wurden die "Indianos" erfunden — heute gibt es kreative Montaditos und leckere Kuchen, Produkte von der Insel und ausgesuchte Weine sowie Tees.

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Markthalle Santa Cruz de La Palma

Lebensmittel, Bauernmarkt, Inselprodukte. Die Einheimischen nennen ihn "recova".