Katzenschwanzgras "rabo de gato"

10. Juni 2019

Der bedrohlichste exotische Invasor der Insel

"Rabo de gato" 


Katzenschwanzgras, Lampenputzergras 

Pennisetum setaceum 


Menschliche Aktivitäten sind Hauptursache für Invasoren, mit oder ohne Absicht.


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Die Kanarischen Inseln sind ein Hotspot der Biodiversität

Eine im Mai 2019 veröffentlichte Studie des Weltbiodiversitätsrates der Vereinten Nationen belegt einen drastischen Verlust der Artenvielfalt.

Einer der fünf Faktoren sind invasive Arten, die die einheimische Pflanzen- und Tierwelt verdrängen. Gerade die empfindlichen Ökosysteme einer Insel wie La Palma, die auf kleinem Raum viele Mikroklimaten besitzt, sind besonders gefährdet. 

Über 400 km von Afrika und mehr als 1.000 km vom spanischen Festland entfernt, konnten hier Arten überleben, die andernorts längst ausgestorben sind oder sich nur hier entwickelt haben. Das Weltbiosphärenreservat La Palma nennt für das Eiland 57 Pflanzen, die weltweit nur hier existieren.

Das Katzenschwanzgras (rabogato) stammt aus Nordafrika. Es wurde schon in den 1940er Jahren als Zierpflanze auf die Kanarischen Inseln eingeführt. Es kommt auf dem ganzen Archipel vor. Auf La Palma, Teneriffa und Gran Canaria ist es besonders schädlich.

Hier im subtropischen Klima findet der rabogato ideale Lebensbedingungen und breitet sich rasend schnell aus. Seit Jahren ist Pennisetum setaceum im nationalen Katalog der invasiven exotischen Arten aufgenommen, doch seine Bekämpfung wurde vernachlässigt. Nun bedroht er massiv die einheimische Artenvielfalt.

Immer weiter dringt das Gras auf der Insel vor

Es ist überall anzutreffen von der Küste bis ca. 1.000 m Höhe. Im Westen, im Osten und im Süden, etwas verschont sind nur die kühleren Gebiete des Nordens.

Das Katzenschwanzgras macht einheimischen und auch eingeführten Nutzpflanzen, wie z. B. dem Asphaltklee, den Lebensraum streitig.

Gerade in Trockenzonen, auf Lavagestein, an Straßen- und Wegrändern hat es bereits u. a. den endemisch kanarischen Mondampfer verdrängt. Der sieht nicht nur hübsch aus, sondern ist eine sehr wichtige Futterpflanze.

Zerstörerische Folgen hat das widerstandsfähige Gras auch auf ganze Landschaftsbilder. Man kann das an den Hängen rund um Santa Cruz, an der Straße nach La Salemera in Mazo, in der Weinbauzone im Vulkangebiet von Fuencaliente und im Barranco de Las Angustias (El Paso, Tijarafe, Los Llanos de Aridane und Tazacorte) besonders gut sehen. Auch den Nationalpark Caldera de Taburiente hat es nicht verschont. Dort werden große Anstrengungen betrieben den rabogato auszurotten.

Fatale Folgen hat die Verdrängung der heimischen Flora auch auf die Tiere, die ihre Futterpflanzen und Habitate verlieren.

Kampf gegen den „rabogato“

Verantwortlich dafür ist die öffentliche Verwaltung und jeder der möchte. Dabei kooperieren Techniker der öffentlichen Verwaltung mit freiwilligen Helfern von Vereinen oder Kollektiven.

Dies gilt besonders für Einsätze in Naturschutzgebieten.


Falsches Vorgehen bei der Bekämpfung des rabogato, trägt noch zu seiner Vermehrung bei!

Blühendes Katzenschwanzgras kann man nicht einfach ausreißen und wegwerfen.

Am besten reißt oder hackt man es aus, wenn es keine Blütenstände hat und Windstille herrscht. Sind Blütenstände bzw. Samen vorhanden, müssen die Ähren vorsichtig einzeln abgeschnitten und in Tüten gesammelt werden, um das Herunterfallen von Samen zu vermeiden. Die Tüten müssen hinterher sehr gut verschlossen werden. Anschließend wird die Pflanze samt Wurzel ausgerissen, wozu oft eine Hacke benötigt wird. 

Um ein erneutes Anwurzeln zu vermeiden, werden die ausgerissenen rabogatos entweder auf einem Stein oder Felsen gesammelt und dann mit Steinen beschwert oder auch in Tüten gesteckt. Im Boden verbleibende kleine Wurzelreste und Samen gehören ebenfalls in Tüten. 

Diese dürfen aber NICHT in die ÖFFENTLICHEN MÜLLTONNEN geworfen werden! Bitte unbedingt beim nächsten Punto limpio (Recyclinghof) abgeben.

Auf der Isla Bonita führt auch das „Colectivo Sinrabogato La Palma“ immer wieder Aktionen gegen das Katzenschwanzgras durch. Freiwillige Helfer sind jederzeit willkommen. 

Ein Ausrotten des rabogato scheint unmöglich. Um zumindest einige Gebiete auf Dauer von ihm zu befreien, ist es sehr wichtig, sie alle 3 – 4 Monate zu kontrollieren und nachwachsende Pflanzen wieder zu bekämpfen. 

Jede Pflanze kann bis zu 10.000 Samen bilden

Die werden durch alles, was an ihr vorbeistreift verteilt: Autos, Wanderer, Tiere und natürlich durch Mäharbeiten, Wind und Wasser. 

Bis zu sechs Jahre beträgt die Keimfähigkeit und neue Pflanzen können ganzjährig sprießen. Schon nach drei Monaten können diese blühen und weiter zur Verbreitung der Plage beitragen.

Das Katzenschwanzgras hat keine Fraßfeinde, Feuer, mähen und zertrampeln beeindrucken es nur wenig. Eine Pflanze kann bis über 1 m hoch werden und 20 Jahre alt werden.

Rabogato liebt offene sonnige Gebiete, Wärme und gewisse Feuchtigkeit, aber nicht zu kühl. An den Boden ist es völlig anspruchslos. Der kann sandig, lehmig, sauer, alkalisch usw. sein. 

Vorbeugung und Kontrolle

Die Verantwortung für die Vorbeugung und Kontrolle invasiver Pflanzen und Tiere tragen die Gemeindeverwaltungen, die Inselräte und die Autonome Regierung der Kanarischen Inseln.

Dazu werden Einfuhrwaren und Gepäck in Häfen und Flughäfen überprüft. Dies müsste allerdings noch intensiver erfolgen.

Derzeit sucht die palmerische Regierung mit zusätzlichem Personal verstärkt nach invasiven exotischen Pflanzen. Deren Besitz, Verkauf, Transport und Handel, einschl. Pflanzenteile und abgestorbener Pflanzen, ist verboten und wird bestraft.  

Die Kanarische Regierung hat zu den Thema die Broschüre "Guía divulgativa para el control  y erradicación de flora exótica invasora en Canarias" in spanischer Sprache herausgebracht (http://www.gobiernodecanarias.org).

Nehmen auch Sie aktiv am Schutz der palmerischen Flora und Fauna Teil!

Bitte führen Sie keine fremden Arten ein. Selbst in nicht invasiven Pflanzen können sich Schädlinge und Pflanzenkrankheiten verbergen.

Text: Ines Dietrich / Fotos: Ines Dietrich, Uka Roesch

 

Entdecken Sie die Pflanzenwelt der isla bonita!

Die Flora auf der Kanareninsel La Palma

Dank des milden Klimas gedeihen auf der „Isla Bonita“, der Schönen Insel, auch allerlei Zierpflanzen, reichlich Gemüse und viele exotische Früchte.

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Grundsätzlich können Blüte- und Reifezeiten der Pflanzen bzw. Früchte durch die unterschiedlichen Klimazonen zwischen 2-3 Monaten variieren. Auf der Südwestseite und in Küstennähe liegen sie entsprechend früher. Hier geht es zu unserem Pflanzenverzeichnis...

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