Was kann ich tun?

Jeder kann mithelfen den Kunststoffmüll zu reduzieren.

Fotos: greenpeace-magazin.de, Uka Rösch

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Gerade tägliche Gewohnheiten lohnt es einmal auf Umweltverträglichkeit zu überprüfen und wenn nötig umzustellen. Keiner von uns ist perfekt, aber selbst kleine Veränderungen machen einen Unterschied.

Umweltbewusstes Verhalten schadet uns nicht — im Gegenteil: wer öfters mal das Auto stehen lässt und läuft, sich bewusst gesund ernährt, sanfte Naturprodukte benutzt, Energie spart und weniger Krempel anhäuft wird nach kurzer Zeit feststellen, wie gut es ihm tut.

Was Plastik so alles anrichten kann...

pet-botella-de-plastico-plastik-flasche Der Müll wird nicht weniger...

Eine PET-Flasche benötigt 450 Jahre bis sie von Mikroorganismen abgebaut ist — allerdings nie vollständig.

schildkroete-plastik-missouri-department-of-conservation “The Pacific Garbage Patch”

Plastikteilchen in den Meeren: Die Insel aus Plastikmüll ist mittlerweile grösser als Indien. (Foto: Missouri Department of Conservation)

plastik-verpackungen-spielzeug-nahrung-kosmetik Belastende Kunststoffe

Haushaltswaren und Herzklappen: derzeit werden 300 Millionen Tonnen verschiedenste Arten von Plastik pro Jahr hergestellt.

Hier einige Tipps zum Vermeiden von Plastik, die jeder befolgen kann

  • Plastiktüten vermeiden

    Statt dessen: selbst Einkaufstaschen mitbringen, Taschen aus Stoff oder Papier – mehrmals verwenden, damit sie auch wirklich umweltfreundlich sind!

    Einkaufstütenverbote unterstützen: Zukünftig will die EU die kostenlose Abgabe überall verbieten. Der Verbrauch soll auf 40 Stück pro Jahr und Person gesenkt werden. Aktuell verbraucht jeder Deutsche laut Bundesumweltamt ca. 76 der Wegwerf-Kunststofftaschen.

    In Italien sind die Plastiktüten bereits seit 2011 aus den Supermärkten verschwunden. Seitdem das Unternehmen Tschibo Geld für Tüten verlangt, ist die Ausgabe um 80% rückläufig.

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  • Abgepackte, eingeschweisste Nahrungsmittel nicht kaufen

    Statt dessen lieber eigene Beutel wiederverwenden, z.B. den Fregie!

    In Deutschland findet man sehr viel eingeschweisstes Obst und Gemüse in den Supermärkten, was auf La Palma glücklicherweise noch nicht so häufig vorkommt — auf den Bauernmärkten und in den Markthallen sowieso nicht.

    Der Naturschutzbund (NABU) hat in einer Umfrage ermittelt, dass die Konsumenten unverpacktes Obst und Gemüse bevorzugen. Der zusätzliche Müll mit der einhergehenden Umwelt- und Gesundheitsbelastung wird dem Konsumente also immer bewusster.

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  • Glas- statt Plastikflaschen

    Eine Möglichkeit stilles und mit Kohlensäure versetztes Wasser in Mehrwegglasflaschen auf La Palma zu bekommen ist die Embotelladora del Sur in Tajuya zwischen El Paso und Los Llanos.

    Dort kann man sich Kästen mit Wasser besorgen, wenn alles ausgetrunken ist, gibt man sie dort wieder ab. Pfand wird übrigens nicht verlangt. Für die Wanderung und Unterwegs kann eine Alu-Trinkflasche befüllt werden, diese sind mittlerweile auch in palmerischen Supermärkten erhältlich.

    Sprudelwasser kann man mit frischen Zitronen oder anderen Früchten, Hortelana (Rossminze), Ingwer oder Tee mit oder ohne Zucker je nach persönlichem Geschmack aufpeppen.

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  • Kaffee: Kapseln, Automaten,  Coffee-to-go

    Der Mitnehmkaffeetrend wird immer beliebter, produziert aber extrem viel Müll, also besser drauf verzichten, und den Kaffee in Ruhe vor Ort geniessen.


    Für den Kaffee am Automaten kann man einen verschliessbaren Thermobecher mitbringen, man spart so ca. 250 Platikbecher + Deckel pro Jahr. Kaffeekapseln aus Aluminium sind sehr (energie-)aufwändig in der Herstellung, werden trotz der Herstellerversprechen nicht immer recycelt und lassen den Müllberg sehr schnell anwachsen. Kaffee kann man auch im Filterautomaten, der französischen Kanne oder der Espressokanne zubereiten.

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  • Man kann häufig Alternativen wählen 
    Brotaufstriche, Kosmetik und Getränke sind nicht immer in Plastik verpackt.

    Es ist sinnvoll alternative Materialien, wie Blech, Glas und Keramik statt Plastikverpackung zu benutzen, die einmal benutzt und dann weg geworfen werden.

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  • Statt Ramsch lieber Hochwertiges und Wiederverwendbares

    Investiert man in hochwertigeres Material, hat man dafür oft ein länger haltbares Produkt – also stilvoll und zeitlos statt billig und wegwerf.

    Einwegrasierer zum Beispiel kann man durch Nassrasierer aus Metall ersetzen, bei denen nur die Klingen ausgetauscht werden.

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  • Brauche ich das überhaupt?

    Oft können Gegenstände und Kleidung repariert oder umgeändert statt neu angeschafft werden.

    Beim Shoppen sollte man sich also die Frage stellen: “Benötige ich das tatsächlich oder schmeisse ich es nach kurzer Zeit ohnehin wieder weg?”. So schont man oft auch den Geldbeutel und hat nicht so viel Kram im Haus.

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  • Baumwolle, Leinen, Bambus und Hanf stellen eine Option gegenüber Synthetikstoffen dar.

    Auch in Second Hand Kleidermärkten findet man gelegentlich Passendes und sogar Designermode zum kleinen Preis.

    Bei gebrauchter Kleidung sind vor allem Schadstoffe bereits weitgehend herausgewaschen, was speziell für gebrauchte Babykleidung, die ohnehin nur kurze Zeit getragen wird, spricht.

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  • Gibt es beim Kinderspielzeug Alternativen z.B. aus Holz?

    Gerade bei Kleinkindern, deren Körper und Organe sich noch in der Entwicklung befinden, sollte man auch aus gesundheitlichen Gründen besonders achtsam sein.

    Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) werden zum Weichmachen Gummi und Kunststoffen beigefügt, sie haben krebserregende, erbgutverändernde und/oder fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften und haben im Kinderzimmer eigentlich nichts verloren...

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  • Seifenstücke und Naturkosmetik

    Viele Plastikbehälter befinden sich im Badezimmer; Kunststoffe, besondern gefährliche Mikroplastikpartikel befinden sich in der Kosmetik selbst.

    Bei Kosmetika sollte man darauf achten, dass Zahnpasta, Duschgel und Peeling keine Mikroplastikpartikel aus Polyethylen PE, Polypropylen PP oder Polyamid PA enthalten. Zertifizierte Naturkosmetik enthält solche Stoff grundsätzlich nicht. (Hier eine Liste mit betroffenen Produkten: www.bund.net/mikroplastik-liste)

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    Übrigens: um die weiche Plastikverpackung von Duschgel zu vermeiden kann man auch statt dessen sein Stück Seife benutzen.

    Auf La Palmas Märkten und in einigen Geschäften gibt es angenehm duftende Naturseifen zu Kaufen, einige enthalten sogar Ziegenmilch oder Bananenextrakte.

    Alepposeife kann man zur Körperreinigung und zum Haarewaschen benutzen, einige putzen sich sogar die Zähne damit. Sie besteht aus Oliven- und Lorbeeröl. Die traditionelle Seife wird aktuell noch in Aleppo hergestellt, man kann sie über Greenpeace bestellen und hilft dabei auch den Lebensunterhalt der Arbeiter der Seifensiederei zu sichern:  www.greenpeace-magazin.de/warenhaus/aleppo-seife-200-g

    Auf La Palma bietet z.B. das Geschäft Agar Agar in Los Llanos diese Seifenart an.

Zeit für Massnahmen

Fregie Beutel

Leicht zu waschen und rasch trocknend sind die Fregiebeutel die Lösung zur Vermeidung von Plastikmüll beim Einkauf.

recycling-reciclaje Wiederverwertung

Wenn sich das Plastik nicht vermeiden lässt, dann sollte man es trennen und recyceln – leider ist aber nicht immer so einfach...

ultra-schall-carla Gesundheitliche Schäden

Kunststoff wird mittlerweise sogar in unserem Blut nachgewiesen — Weichmacher stellen eine besonders grosse Gefahr dar.

Fotos: greenpeace-magazin.de, Uka Rösch