Roth Reisen GmbH unterstützt die Initiativen der Kinderschutzorganisation ECPAT

Die Themen Missbrauch und häusliche Gewalt gegen Kinder werden zu einem persönlichen Anliegen

Mit unserer Unterstützung bei ECPAT setzten wir ein klares Signal und möchten bei unseren Kunden, Mitarbeitern, Partnern und der lokalen Bevölkerung ein Bewusstsein und eine Sensibilisierung für das Thema schaffen.

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pura-vida-travelViele unserer La-Palma.Travel Mitarbeiter auf der „Isla Bonita“, aber auch von puravida.travel in Costa Rica, sind selbst Eltern und kommen vor Ort direkt oder indirekt in Berührung mit Gewalt gegen Frauen und Kindern.

Gewalt und sexuelle Ausbeutung von Kindern sind für uns kein Tabuthema

Weltweit werden 1,8 Millionen Kinder von Reisenden sexuell missbraucht, gehandelt und zu sexueller Sklaverei gezwungen.

Wir von der Roth Reisen GmbH sprechen uns klar gegen jede Art von Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Prostitution, Pornographie und Menschen-handel aus.

Derart abscheuliche Verbrechen führen bei betroffenen Minderjährigen zu schweren gesundheitlichen, psychischen und sozialen Schäden.

Wir sehen auch eine Gefahr darin, das Thema Kindesmissbrauch zu tabuisieren und haben uns zu einer Fördermitgliedschaft bei ECPAT (engl. „End Child Prostitution and Trafficking“) entschlossen.

Die ehemalige, in Thailand ins Leben gerufene Bewegung gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern, hat sich in den letzten 15 Jahren zu einer internationalen Kinderrechtsorganisation entwickelt.

The Code

Zusätzlich unterschreiben wir den Verhaltenskodex “The Code”, er ist ein konkretes Instrument für Reiseunternehmen zum Kinderschutz. 

Reisende Sexualstraftäter sind Personen, die zu Orten außerhalb ihres gewöhnlichen Umfeldes fahren und dort Kinder sexuell ausbeuten. 

Das passiert in Thailand, der Ukraine oder Kenia genauso wie in Deutschland oder anderen europäischen Ländern.

Sexuelle Ausbeutung Minderjähriger ist jedoch weltweit strafbar, d.h., die Täter können auch nach ihrer Rückreise im Heimatland verurteilt werden.

„Don't look away“ – Nicht Wegsehen!

Als Reiseveranstalter erleben wir die negativen, sozialen Auswirkungen in den Urlaubsländern durch unsere Arbeit vor Ort hautnah mit.

Obwohl nicht alle Auswüchse unmittelbar für jeden Reisenden spürbar sind, so existieren Gewalt und Missbrauch doch im Verborgenen und sind eine große Gefahr für die soziale und nachhaltige Entwicklung des Landes.

Im Rahmen des Ökosozialen Tourismus stellen wir uns der Verantwortung, die sozialen Verhältnisse in La Palma und Costa Rica zu verbessern. Roth Reisen GmbH begrüßt daher im Rahmen des Kinderschutzes die ECPAT-Kampagne „Don't look away“ (Nicht Wegsehen), an dem ECPAT Miglieder aus 16 europäischen Ländern (darunter auch Spanien) mitwirken.

Das dreijährige, von der Europäischen Union subventionierte Projekt, zielt auf die Förderung neuer Möglichkeiten zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Tourismus ab.

Reisende aus allen europäischen Ländern haben zusätzlich die Möglichkeit auf dem eingerichteten Portal www.reportchildsextourism.eu Beobachtungen zu melden.

Ein klares Nein zu Machismus

Kinder sind keine Ware!

Kindesmissbrauch hat bei uns als nachhaltigen Anbieter von Individualreisen genauso wenig Platz wie jede Art von häusliche Gewalt, wie etwa der in unseren Schwerpunkt-Urlaubsländern Spanien und Costa Rica leider noch weit verbreitete Machismo.

In Costa Rica werden Kindermissbrauch und Kinderpornographie
mit Haftstrafen zwischen fünf und sechzehn Jahren geahndet

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Trotz einer höheren Sensibilisierung werden immer noch, in bekannten Etablissements der Hauptstadt San José, Kinder unter 18 Jahren von ihren Eltern an ausländische Sextouristen verkauft.

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Viele der Kinder und Jugendlichen werden aus wirtschaftlichen Gründen von ihren Familien dazu gezwungen. Umgerechnet 24,8% der costaricanischen Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze.

Bis zu 950 sexuelle Gewalttaten an Kindern werden in Costa Rica jährlich gemeldet, die Dunkelziffer liegt bedeutend höher.

In einem kleinen Dorf auf der Karibikseite, wird in einer kleinen Holzhütte, in der unmittelbaren Nachbarschaft unserer Mitarbeiterin Christine ein 10-jähriges Mädchen vom Vater brutal mit einem Gürtel ausgepeitscht.

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Als Christine den Mann zur Rede stellt, reagiert dieser mit Drohgebärden.

Weder das Opfer noch die Nachbarn wollen aus Angst Zeugenaussagen vor dem staatlichen Kinderschutzbund PANI machen.

Die Anzeige bleibt zunächst erfolglos, jedoch merkt Christine, dass der Täter sich nun nicht mehr so sicher in seinem sozialen Umfeld fühlt und weitere derartige Vorfälle bleiben aus.

Vielen Reisenden bleibt es meist verborgen, jedoch ist Armut auch auf der „Isla Bonita“ allgegenwärtig

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Auf den Kanarischen Inseln leben tausende von Familien in extrem problematischen Situationen.

Oft fehlt es den Familien am Allernötigsten. Im Jahr 2008 mit Beginn der „Krise“ brach die spanische Bauindustrie zusammen, viele Menschen wurden arbeitslos und staatliche Unterstützungen sind nur gering und oft befristet.

Im 2. Quartal des Jahres 2016 lag die Arbeitslosenquote bei 27,33 % (Instituto Canario de Estadística). Obwohl die Zahl damit etwas niedriger als im vorrangegangenen Quartal ist, darf nicht vergessen werden, dass die Löhne gesunken sind, neue Arbeitsverträge saisonal bedingt, teils auf wenige Tage oder Wochen befristet sind und es immer mehr Subunternehmen gibt.

Der Anteil der unter 25 jährigen Arbeitslosen lag bei 45,81 %, der der weiblichen bei 29,48 %.

In vielen Familien sind alle Mitglieder ohne Job, rund 50 % beziehen keinerlei Unterstützung. So kommen Familien in Verzug mit Miete, Hypotheken und es fehlt an allem. Immer wieder kommt es zu Zwangsräumungen.

Leidtragende sind vor allem die Kinder

los-llanos-de-aridane-plaza-de-espana-kirche-platz-remediosDie Kanaren gehörten im Jahr 2015 zu den sechs am meisten von Kinderarmut betroffenen Regionen der Autonomomen Gemeinschaft Spaniens.

Lt. einem Bericht der Kinderrechtsorganisation „Save the Children“ litt jedes dritte Kind in Spanien darunter. Caritas und andere Hilfsorganisationen verteilen Lebensmittel, doch woher kommt das Geld für die Gasflasche, um kochen zu können?

Wovon sollen Bücher für die Kinder gekauft werden oder Eintrittskarten für Kultur- und Freizeitveranstaltungen?

Zur Armut kommt die Gefahr der sozialen Ausgrenzung

villa-de-tazacorte-18Es sind gerade die jungen Menschen, ohne Berufserfahrung, die keine Anstellung finden.

Für viele bedeutet das weiterhin von den Eltern abhängig zu sein. Junge Paare können sich oft keine eigene Wohnung leisten, ganze Familien sind in ihr Elternhaus zurückgezogen. Doch auch bei berufstätigen Eltern oder Alleinerziehenden müssen die Großeltern häufig komplett als Kinderbetreuer einspringen.

Machismus und männliche Gewalt gegen Frauen

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Die finanzielle Situation, unsichere Zeiten, Mangel an Selbstsicherheit, fehlende Vorbilder, sowie fehlende Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau fördern den Rückfall in alte Geschlechterrollen und geschlechtsspezifische Gewalt.

Unsere MitarbieterInnen von La Palma.Travel versetzte im Juli 2015 die Wahnsinnstat eines 32 jährigen Palmero in blankes Entsetzen. Er übergoss nach einem Streit seine Ex-Freundin (27) mit Benzin und zündete sie an. Wenig später verstarb die junge Frau.

Die Kanaren haben den höchsten Anteil männlicher Gewalt von ganz Spanien

Der traurige Rekord liegt bei einer Quote von 22,8 Fällen pro 10.000 Frauen — der Durchschnitt liegt bei 13,5.

Allein in diesem Jahr erstatteten 2.423 Frauen Anzeige wegen Misshandlung. Fast jeder von vier Anzeigenerstatterinnen (23,6 %) wurden Schutzmaßnahmen zugesprochen (ElDía.es).

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Wenn auch in geringerem Anteil leiden auch Männer unter der Gewalt ihrer Partnerinnen; Gewalt in homosexuellen Beziehungen spielt sich häufig völlig verdeckt ab.

Der Machismus, in dem die Frau sich dem Mann unterzuordnen hat scheint in der Kultur vieler fest verankert und ist erschreckenderweise auch bei vielen Zwanzigjährigen zu beobachten.

Den jungen Männern fehlen Vorbilder und emotionaler Beistand, wer sich verletzlich zeigt, wird — wie in Deutschland — homophob als “schwul” bezeichnet. Umgang mit Zurückweisungen haben sie nicht gelernt, oft wird mit Beleidigungen und Bedrohungen reagiert.

Der Eifersucht, die aus Unsicherheit entsteht, stehen heute durch Smartphone, soziale Medien usw. neue Kontrollmittel zur Verfügung.

Im Schnitt machen die spanischen Mädchen häufiger einen Schulabschluss als ihre männlichen Altersgenossen. Sie haben gelernt, dass sie sich mehr bemühen müssen, trotzdem neigen sie dazu gefällig sein und sich unterzuordnen.

Die häusliche Gewalt wird weitergegeben an den nächst Schwächeren.

Kinder werden teils von ihren Müttern misshandelt, weil die Väter ohnehin nicht “anwesend” sind.

Sehen Sie nicht weg, sondern zeigen Sie Zivilcourage!

Sie können jegliche Hinweise und Verdachtsfälle auf sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen weltweit melden.

  • Was, Wann und Wo haben Sie die Situation beobachtet?
  • Wer waren die beteiligten Personen (Erwachsene und Kinder)?
  • Haben Sie mitbekommen, ob sich vor Ort schon Drittpersonen (Hotelpersonal, Reiseleiter usw.) eingeschaltet haben?
  • Besonderheiten: Gibt es Fotos oder Filme im Zusammenhang mit den Verdachtssituationen?

Sie haben eine Straftat beobachtet?

Wenden Sie sich bitte direkt an das BKA (www.bka.de), Europol (www.europol.europa.eu) oder Interpol (www.interpol.int). 

Sie haben auffällige Situationen beobachtet, in denen Kinder gefährdet sein könnten, doch Sie sind sich nicht sicher, ob dies bereits als eine Straftat gilt?

Teilen Sie Ihre Beobachtungen bitte der Kinderschutzorganisation ECPAT mit. Jede Meldung trägt dazu bei, Kinder gezielter vor Ausbeutung und sexueller Gewalt zu schützen.

Sie haben die Möglichkeit anonym zu bleiben.

Strafrechtlich relevante Meldungen werden von ECPAT an die entsprechenden Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet. 

Meldungen helfen auch Kinder zu schützen, weil Beobachtungen ein weiteres Puzzleteilchen zur genaueren Wahrnehmung des Phänomens liefern.

Nur so können effektive Maßnahmen zur Prävention entwickelt werden.

Die internationale Kinderschutzorganisation ECPAT wurde 1990 in Bangkok/Thailand gegründet

Ihre Arbeit wird vom Grundsatz geleitet, dass jedes Kind Anspruch auf umfassenden Schutz vor allen Formen der kommerziellen Ausbeutung und des sexuellen Missbrauches hat.

Aufgabe und Ziel der weltweit 80 ECPAT-Gruppen in 74 Ländern (Stand 2014) ist die globale Vernetzung und Zusammenarbeit gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern, die Veröffentlichung von Studien zur Kinderprostitution, Kinderpornographie und Kinderhandel sowie die finanzielle Unterstützung von Initiativen in einkommensschwachen Ländern.

Gegen Anonymität und Straffreiheit

Eine der Errungenschaften von ECPAT ist die erfolgreiche Durchsetzung von Maßnahmen im Kampf gegen die Anonymität, der Änderung des Strafrechtes und des Opferschutzes.

So ist es seit 1993 in europäischen Ländern möglich, unabhängig von den gesetzlichen Regelungen im jeweiligen Land, in dem der Kindesmissbrauch stattgefunden hat, TäterInnen auch im Herkunftsland vor Gericht zu stellen.

Basierend auf die UN-Menschenrechtserklärung steht Roth Reisen GmbH als ECPAT-Fördermitglied auch hinter dem Kinderschutzkodex – ein Instrument gegen sexuellen Missbrauch im Tourismus.

Darin enthalten sind unter anderem die Nulltoleranz in Bezug auf sexuelle Ausbeutung von Kindern, die Schulung von Mitarbeitern sowie die Unterstützung zur Prävention.