Kanarischer Rabe

4. März 2016

 

„cuervo“

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“cuervo”

 

Kanarischer Rabe

Corvus corax canariensis

 

Auf allen Kanarischen Inseln leben nur noch ca. 350 Tiere — das Überleben des Endemiten ist durch Jäger, Strommasten, Pestizide und immer weniger vorhandene Beutetiere bedroht!

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Der grösste der Rabenvögel auf La Palma ist der „cuervo“

Die Unterart Corvus corax canariensis ist endemisch kanarisch.

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Dem intelligenten Vogel erging es auf dem Archipel nicht anders als seinen Artgenossen in Mitteleuropa, die in den 1940er Jahren fast verschwunden waren.

Im Katalog der geschützten kanarischen Arten (Catálogo Canario de Especies Protegidas) ist Corvus corax canariensis heute als vom Aussterben bedroht eingetragen.

Den grössten aller Singvögel begleitet auch auf La Palma eine Mischung aus Bewunderung und Aberglauben.

Früher waren die cuervos zahlreich. Einerseits halfen sie, als Aasfresser Krankheiten zu vermeiden andererseits wurde ihnen unterstellt sie seien Unheilsbringer und Schädlinge. Ernten sollen sie vernichten, Obst, Mais und Weintrauben fressen, Zicklein töten, Hühnerküken und Jungkaninchen jagen.

Auf ihre Köpfe wurden Preise ausgesetzt und das Abschiessen und Erschlagen reduzierte den Bestand drastisch

Richtig dramatisch wurde es für den Kanarischen Raben in den 1940-1950er Jahren.

Der Einsatz von DDT, dem berüchtigten Insektizid welches als Kontakt- und Frassgift eingesetzt wurde, machte ihm und anderen Vogelarten fast den Garaus. Trotz DDT-Verbot setzt sich der Bestandsrückgang auch nach den 80er Jahren fort.

In modernen Zeiten, im Jahr 2012, gerieten die Vögel in Verruf, weil eine kleine Gruppe von Raben am Aussichtspunkt von La Cumbrecita die Gummidichtungen aus den Fahrgestellen der geparkten Autos gezogen und Papierkörbe geschändet hat (eldiario.es).

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Sie waren bei den meisten Besuchern beliebt, wurden fotografiert und als Belohnung gefüttert.

Das geht aber nicht! Vor allem die Sache mit den Autos birgt echte Gefahren. Die offenen Papierkörbe wurden gegen Modelle mit Deckel ersetzt, das Füttern streng verboten. Da zogen sich die Raben zurück.

cuervo-rabe-corvus-corax-canariensisDer Kanarische Rabe ist mit 55 - 63 cm etwas kleiner als der auf dem europäischen Festland.

Seine Spannweite beträgt rund 110 - 120 cm. Die Weibchen sind nur wenig kleiner als die Männchen. Bei ausgewachsenen Vögeln ist das Gefieder durchgehend schwarz mit einem auffälligen Glanz. Die Flügel sind lang und breit, der Schwanz keilförmig. Der Schnabel ist sehr kräftiger und konisch. Die Füsse und die kräftigen Beine sind ebenfalls schwarz.

Die typischen Rufe des Raben sind tief und wiederholen sich häufig als „grrack“ oder „korkk“

Auf der Isla Bonita erstreckt sich der Lebensraum der teils wenig scheuen Vögel vom Roque de Los Muchachos, durch den Lorbeerwald von Los Tilos, Kiefernwälder, Barrancos, über Steilküsten und Rast- und Grilllätze wie z. B. Refugio El Pilar.

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Als Allesfresser picken die „cuervos“ nach Insekten, Beeren, Aas, Kleingetier wie Käfern und Regenwürmern, Mäusen, Eidechsen, Schalentieren, Obst, Eiern und Körnern.

Sie tragen zur Verteilung der Samen endemischer Pflanzen (z. B. Sabina) bei.

Der Kanarische Rabe baut sein Nest in Felsnischen, kleine Höhlen an Felswänden, Steilhängen der Küste oder auch auf hohen kräftigen Kiefern.

Dazu benutzt er trockene und frische Zweige, Tierhaare, Stofffetzen usw.

Die Brutzeit liegt zwischen März und Juni.

Die 3 - 6 Eier werden nur vom Weibchen bebrütet, dafür wird sie vom Männchen gefüttert.

Nach ca. 19-21 Tage schlüpfen die Jungen. Nach ca. 5 - 6 Wochen sind sie flügge, werden aber noch ca. 3Wochen weiter gefüttert.

Bis sie den Partner finden, mit dem sie lebenslang zusammenbleiben, leben die Jungtiere (wenn sie die Möglichkeit dazu haben) in losen Gruppen.

Die Zahl des Kanarischen Raben ist in den letzten Jahren bedrohlich zurückgegangen

Auf allen Kanarischen Inseln leben nur noch ca. 350 Tiere. 

Nach neuesten Zahlen des Cabildo / Medio Ambiente gibt es auf La Palma aktuell nur noch 17 Brutpaare und ca. 7 unverpaarte Vögel.

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Die wenigen Exemplare sind stark gefährdet durch den Rückgang des freilaufenden Viehs (weniger Aas, da tote Tiere begraben werden), dem Einsatz von Pestiziden, anderen Giften (speziell Rattengift) und Unfällen mit Stromleitungen.

In den letzten Jahren bemühen sich die Experten von SEO/BirdLife und das Cabildo La Palma, das Ansehen von Corvus corax canariensis durch Aufklärungsarbeit zu verbessern.

Die Tiere haben einen festen Platz im hiesigen Ökosystem und man möchte die Bestandszahlen erhöhen. Das gewinnt umso mehr an Bedeutung als jüngste Untersuchungen darauf hindeuten, dass der palmerische Rabe sich genetisch von denen der anderen Inseln unterscheidet.

Fotos: Ines Dietrich und La Palma, Bacan

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Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint, ist die palmerische Tierwelt äusserst artenreich.

Teilweise haben sich endemische Unterarten entwickelt, die nur auf den Kanaren und einige davon nur auf einer bestimmten Insel und sogar in ganz eingeschränktem Gebiet vorkommen. 

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