Maroparque - Exotenzentrum, Tierrettungsstation

Die Tierrettungsstation kauft keine Tiere dazu.

Calle la Cuesta, 28

Breña Alta

Maroparque Rettungszentrum und botanischer Garten

Der Maroparque in Breña Alta ist kein gewöhnlicher Park, er ist vor allem ein Heim für exotische Tiere, die ohne ihn keine Überlebenschance hätten.

Von den derzeit rund 300 Exemplaren wurden ca. 85% von Ordnungshütern beschlagnahmt, weil sie aus illegalem Handel stammen, nicht artgerecht gehalten oder ausgesetzt wurden. 

So z. B. ein Leguan, der im Juli 2018 in Los Llanos de Aridane umherirrte.

Er war unterernährt, dehydriert und hatte mehrere Wunden. Inzwischen hat er sich erholt und bereichert die Vielzahl des Parks, der als Auffangzentrum für Exoten, teils auch von anderen Kanarischen Inseln, dient.

Die restlichen ca. 15% der Tiere wurden dem Maroparque von ähnlichen Einrichtungen überlassen. 

Einige der wunderbaren Kreaturen wie der Molukkenkakadu oder die Felsenpython zählen zu den 17 stark gefährdeten Arten, die derzeit dort betreut werden. Andere, z. B. die Rotwangen-Schmuckschildkröte, werden als invasive Art eingestuft, der Rote Teju gilt als gefährlich.

Ein Heim für exotische Tiere

Dadurch, dass die Tiere sozusagen willkürlich in den Park kommen, können Sie eine außergewöhnliche Auswahl der biologischen Vielfalt unterschiedlicher Kontinente erleben.

Es gibt u. a. Äffchen, Strauße, Stachelschweine, Erdmännchen, Krokodile, Leguane, Schildkröten, Pfaue, Schlangen, Aras, Graupapageien und auch echte einheimische Rassen der Insel La Palma wie das Schaf "oveja palmera" oder das Schwarze Kanarische Schwein. 

Zwei Tierärzte kollaborieren mit dem Zoo

Das Ganze begann als Hobby und Rafael Martin Romera hat die besonderen Pfleglinge von Anfang an gemeinsam mit seinem Vater betreut. 

Bereits seit dem Jahr 2000 werden solche Tiere dank des Engagements der Familie Martín Romera im Park, dessen Name sich aus ihren Anfangsbuchstaben "MaRo" zusammensetzt, aufgenommen.

Heute leitet er die gemeinnützige Einrichtung, dabei wird er von seinen beiden Brüdern unterstützt.

Drei speziell ausgebildete Mitarbeiter, einer davon Herpetologe (Amphibien- und Reptilienspezialist), kümmern sich um das Wohlergehen der Tiere und die Pflege der Anlagen.

Rafael selbst arbeitet hauptberuflich als Kinderarzt in der Nachbargemeinde Breña Baja.

In seiner Freizeit, vor allem am Wochenende, widmet er seine Aufmerksamkeit jedoch dem Park. Er liebt Tiere und möchte, dass es ihnen gut geht. Exoten sind keine Haustiere – einmal aus ihrem natürlichen Lebensraum gerissen, lassen sie sich dort nicht wieder eingliedern. 

Ein Erlebnis für die ganze Familie

Wer in die Welt des Maroparque eintritt wird nicht nur von einem der Mitarbeiter, sondern auch von zwei zahmen Eulen empfangen.

Sie wurden per Hand aufgezogen und zeigen deshalb keine Scheu.

Falls Sie die Tiere anfassen möchten, bitte unbedingt das Personal vorher ansprechen!

Um die Papageien und Äffchen besonders nah zu beobachten, bietet sich auch gleich der Erwerb einer Futtertüte an. Dann geht es auf den Rundweg durch die mit dichtem Grün bewachsene Anlage.

Hier erinnern nicht nur die exotischen und einheimischen Pflanzen an einen Dschungel, sondern auch die Geräusche.

Papageienrufe und Affenstimmen begleiten die Besucher

Es geht vorbei an Gehegen, in denen viele der Tiere schon auf eine Erdnuss warten.

Seit sie so mit einem Leckerli verwöhnt werden, sind sie geselliger und der Kontakt zu den fremden Menschen ist stressfreier geworden.

Schautafeln auf Deutsch, Englisch und Spanisch verraten uns das Wichtigste über den jeweiligen Bewohner. Ebenso gibt es Hinweise auf Gefährdung nach der Roten Listen oder zu CITES Bestimmungen (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen).

In den begehbaren Volieren sind manche Tiere nicht auf den ersten Blick zu entdecken und man sollte sich Zeit nehmen, stehen bleiben und lauschen.

Das kann für Kinder besonders spannend sein. Wer entdeckt den nächsten Vogel zuerst, wo ist das weiße Känguru? Und schau, die großen Pfaue tun einem nichts ... 

Vorbei an den beiden Nilkrokodilen geht es ins Reptilienhaus.

Dort wohnen z. B. der Rote Teju, verschiedene Schlangen, ein Schmuckhornfrosch, ein Chamäleon und eine Vogelspinne.

Manch einer hat hier schon seine Angst vor diesen Exoten verloren. 

Zum Abschluss der Runde gibt es oft noch einen Einblick in die Kinderstube des Maroparque. 

Das Rettungszentrum beteiligt sich aktiv an Programmen für die Erhaltungszucht (ex-situ-Schutz) vom Aussterben bedrohter Tierarten, so z. B. der Schwarzbüschelaffe.

Ein Wunsch von Rafael ist es, dass Nachkommen der hier gezüchteten Molukkenkakadus eines Tages auf ihre Heimatinsel zurückkehren und dort in Freiheit leben können.

Ein Verkauf oder Zukauf von Tieren findet nicht statt, nur ein gelegentlicher Austausch mit ähnlichen Einrichtungen.

Gegen illegalen Handel und für den Schutz der Flora und Fauna auf La Palma

Rafael Martín Romera möchte den Menschen bewusst machen, dass der illegale Handel für die Tiere Leid und oft den Tod bedeutet.

Speziell das Einführen invasiver Arten stellt auch für die sensible Flora und Fauna der Insel mit ihren einheimischen Arten eine große Gefahr dar. Um auch die einheimische Bevölkerung dafür zu sensibilisieren, besuchen Schulklassen das Rettungszentrum und oft werden hier Kindergeburtstage auf besondere Weise gefeiert.

Gastrobar Maroparque

Nach dem Rundgang durch den Maroparque bietet sich eine Stärkung in der angeschlossenen Gastrobar an.

Auch dort wurde renoviert und unter neuer Leitung werden Gerichte der venezolanischen und internationalen Küche serviert – begleitet von einem Blick auf tropisch grüne Baumkronen.

Jeder Besucher ist wichtig

Die Parkfläche ist mehr als 7.000 m² groß und Teil einer beeindruckenden Schlucht mit tollem Blick auf Santa Cruz.

Durch die Hanglage ist der Rundweg leider nicht für Menschen mit eingeschränkter Mobilität geeignet.

An der Erweiterung und Verbesserung des Parks wird ständig gearbeitet, auch um eine noch artgerechtere Haltung zu erzielen, doch den Rhythmus dafür bestimmen die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern. 

Diese werden ausschließlich für das Futter der Tiere, die Unterhaltskosten des Parks und zur Modernisierung der Käfige, Terrarien und Volieren verwendet.

Hohe Kostenfaktoren sind beispielsweise die Terrarien. Um den Exoten ideale Lebensbedingungen zu bieten, brauchen sie trotz des angenehmen Klimas auf La Palma Heizung, Beleuchtung und Luftbefeuchter. 

Ein Besuch des Maroparque ist ein Erlebnis für die ganze Familie und fördert das Wohl der Tiere. Mehr Infos und aktuelle Eintrittspreise auf der Webseite maroparque.es

Text: Ines Dietrich / Fotos: Uka Rösch

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Sie sind hier: Osten > Breña Alta > Breña Alta

Öffnungszeiten

Ganzjährig

11:00-17:00h

11:00-18:00h

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