Feigenkaktus – Lieferant vitaminreicher Delikatessen

2. September 2015

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"tunera"

Feigenkaktus

Opuntia ficus-indica

 

Wegen der Cochnille aus Amerika eingeführt, dann vernachlässigt und nun fester Inselbestandteil. Statt Karminrot schätzt man nun die extrem stacheligen, aber sehr vitaminreichen Früchte dieser Kaktusart.

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Opuntia ficus-indica

feigenkaktus-tunera-opuntia-ficus-indica-la-palma-cochenilleDie stachelige Opuntia ficus-indica ist von La Palma nicht wegzudenken. Der in Amerika heimische Scheibenkaktus kam jedoch erst im 19. Jahrhundert auf die Kanareninsel.

Im „Museo del Puro palmero y las Cruces“ ist auf einer Schautafel zu lesen, dass 1825 die erste Versuchspflanzung angelegt wurde. Der Feigen-kaktus sollte zur Cochenillezucht dienen, um daraus den begehrten Farbstoff Karmin herzustellen.

Das funktionierte im Grossen nur, bis ein synthetischer Ersatz für die arbeitsaufwendige Cochenille gefunden wurde. Nur noch wenige Menschen nutzen heute diesen Rohstoff.

"tunera" - Feigenkaktus

Den Opuntien gefiel es auf der Isla Bonita jedoch so gut, dass sie sich immer weiter ausgebreitet haben. Hier auf La Palma heisst der Feigenkakturs „tunera“.

feigenkaktus-tunera-opuntia-ficus-indica-la-palma-bluete-gelbfeigenkaktus-tunera-opuntia-ficus-indica-la-palma-bluete-orange-Jede „tunera“ setzt sich aus wenigen bis sehr vielen ovalen, grünen Scheiben zusammen. In diesen „Ohren“ auf Spanisch „nopal“ oder „penca“, speichert sie Wasser. Bei extremer, sehr lang anhaltender Trockenheit erschlafft deshalb ihre fleischige Konsistenz.

Doch die Opuntien sind sehr hart im Nehmen. Sie gedeihen auf nährstoffarmen Böden, in praller Sonne und kommen mit sehr wenig Wasser aus. Sie können bis 5 m hoch werden. Bei älteren Exemplaren verholzt der sonst fleischige Stamm.

Im Sommer verzaubern wunderschöne gelbe oder orange Blüten die stacheligen Gesellen. Bienen und Hummeln versinken zwischen den Blütenblättern und nehmen ein regelrechtes Bad im Blütenstaub.

"tunos" - Kaktusfeigen

Die Früchte wachsen unter der Blüte und ab ca. September werden sie reif.

Kaktusfeigen heissen auf La Palma „tunos“. Es gibt sie in blanco (weiss) und rojo (rot), wobei die Farbe des Fruchtfleisches manchmal von aussen nicht einzuschätzen ist. Die als weiss bezeichneten tunos sind eher grünlich oder gelblich. Die tunos rojos sind innen eher orange.

Der Geschmack variiert leicht, aber alle sind saftig süss, voll kleiner essbarer Kerne und wunderbare Durstlöscher.

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Die eiförmigen Kaktusfeigen sind 8 - 10 cm gross und von winzigen Dornen mit Widerhaken geschützt. Um ihre Frische zu geniessen, werden die Früchte in kaltem Wasser eingeweicht, dann sorgfältig abgebürstet und geschält.

Essfertige „tunos“ gibt es in den Markthallen und vielen Supermärkten. Sie enthalten u. a. Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C und Betakarotin so wie Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium. Man kann sie frisch verzehren, Marmelade daraus kochen oder zu leckerem Saft verwandeln.

feigenkaktus-tunera-opuntia-ficus-indica-la-palmafeigenkaktus-tunera-opuntia-ficus-indica-la-palma-kaktusfasern-raeuchern-ziegenkaeseFeigenkakteen eignen sich hervorragend als natürlicher Weidezaun, die frischen „Ohren“ dienen als Viehfutter. Viele der schmackhaften palmerischen Ziegenkäse erhalten ihren typischen Geschmack durch das Räuchern über trockenen Opuntiengliedern. In der Natur laben sich auch Grajas, Singvögel und Eidechsen gerne an den erfrischenden Kaktusfeigen.

Als Meister im vermehren können die „tuneras“ selbst ohne Regen Wurzeln an Sprossen, Ohren oder jungen Früchten bilden, ausserdem gibt es ja auch noch die zahlreichen Samen ...

Fotos: Ines Dietrich

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